Cranger Kirmes 2009
Die Cranger Kirmes ist ein Volksfest im Herner Stadtteil Crange. Sie ist mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von rund 4.000.000 in den letzten Jahren eines der größten Volksfeste in Deutschland, im Jahre 2008 fanden sich nach polizeilichen Angaben sogar 4.700.000 Menschen auf dem Kirmesplatz am Rhein-Herne-Kanal ein. Gemessen an der Besucherzahl pro Tag ist es das am besten besuchte Volksfest Deutschlands. Die Besucherzahl im Verhältnis zur Fläche erreicht ebenfalls diesen Spitzenplatz. Wann die erste Kirmes stattfand, ist nicht genau bekannt. Im 15. Jahrhundert etablierte sich allerdings ein bescheidener Pferdemarkt in Crange. Dieser fand um dem 10. August, den Laurentiustag, herum statt. Dieser Termin legt die Vermutung nah, dass die Geschichte der Kirmes eng mit der des Hauses Crange verbunden ist. Derick von Eickel wurde am Laurentiustag 1441 von seinem Lehnsherren, Herzog Adolf von Cleve, Graf von Mark, mit Haus Crange belehnt. Dieses hatte er zwischen 1440 und 1441 selbst erbaut. An dieser Stelle wurden auch Wildpferde aus dem Emscherbruch zusammengetrieben, um sie an diesem Tag zu verkaufen. Die Pferde, auch Emscherbrücher Dickköppe genannt, waren wegen ihrer Zähigkeit und Ausdauer gefragt und erzielten Höchstpreise. Der Pferdemarkt selbst ist jedoch älter. Im Laufe der Zeit kamen zu den Pferdehändlern auch Gaukler, Kirmesleute, Tänzer, Taschenspieler, Schausteller, Wahrsager und Zauberer hinzu. Diese boten dem Besucher Unterhaltung. Der letzte Pferdemarkt, auf dem Wildpferde aus dem Emscherbruch verkauft wurden, fand nach der Gebietsreform Napoleons statt. Er verlor jedoch, im Gegensatz zur Kirmes, immer mehr an Bedeutung. Diese wuchs parallel zum Aufkommen der Industrie und des Bergbaues im Ruhrgebiet Jahr für Jahr. Im Jahr 1441 fand der erste urkundlich belegbare Pferdemarkt statt, im Jahr 2006 die 571. Cranger Kirmes; beim Nachrechnen fällt auf, dass 2006 somit erst die 566. Kirmes hätte stattfinden dürfen. Diese Differenz ergibt sich aus der geschichtlich höchst zweifelhaften Vorverlegung des Datums des ersten Pferdemarktes durch die Nationalsozialisten zu Propagandazwecken, da die 500. Kirmes somit nicht erst 1940, sondern bereits 1935 gefeiert werden konnte.
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