Das Ruhrgebiet ist mit etwa fünf Millionen Einwohnern und einer Fläche von etwa 4.435 Quadratkilometern der größte Ballungsraum Deutschlands und der drittgrößte Europas. Es ist nach dem Fluss Ruhr benannt und stellt den dicht besiedelten Zentralraum von Nordrhein-Westfahlen dar. Im Allgemeinen sind die Grenzen auf den 1920 gegründeten Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk zurückzuführen, dem heutigen Regionalverband Ruhr. Zum RVR gehören die kreisfreien Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mühlheim an der Ruhr und Oberhausen sowie die Kreise Recklinghausen, Unna, Wesel und der Ennepe-Ruhr-Kreis. Die geläufigsten Bezeichnungen sind heute Ruhrgebiet und Revier. Die umgangssprachlichen Begriffe wie Kohlenpott, Ruhrpott oder einfach nur Pott sind in der Bevölkerung weit verbreitete Eigenbezeichnungen der Kernregion des Ruhrgebietes. Seit Beginn der Kohlekrise im Jahr 1957 befindet sich das Ruhrgebiet in einer anhaltenden Phase des Strukturwandels, der von großen wirtschaftlichen Anpassungsschwierigkeiten gekennzeichnet ist. Auch gezielte staatliche Subventionen konnten den Strukturwandel im Ruhrgebiet nicht aufhalten. Die Industriezweige, auf die sich das Ruhrgebiet begründete, Steinkohleförderung und Stahlindustrie wurden rar: Es gibt im Ruhrgebiet nur noch vier fördernde Bergwerke (West, Prosper-Haniel, Auguste Victoria, Ost) und 3 Kokereien mit der Kokerei Prosper in Bottrop sowie in Duisburg die Kokerei Schwelgern und die Kokerei der Hüttenwerke Krupp Mannesmann, deren Produkte zur Herstellung von Stahl benötigt werden. Die Internationale Bauaustellung Emscher Park (IBA) war von 1989 bis 1999 im Ruhrgebiet tätig und versuchte den Strukturwandel zu begleiten. In ihrem Rahmen wurden etwa 2,5 Milliarden Euro in die Region investiert und Industriebrachen von stillgelegten Bergwerken, Kokereien und Stahlwerken als Industriedenkmälern erhalten und neue Nutzungsmöglicheiten entwickelt. Die Zeche und Kokerei Zollverein in Essen wurde 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Essen wird 2010 stellvertretend für die Region europäische Kulturhauptstadt sein. Die Route der Industriekultur hat 25 Ankerpunkte und mehr als 900 große und kleine Standorte und ein etwa 400 Kilometer langer Rundkurs führt durchs Ruhrgebiet.
Weblink:
Route-Industriekultur, Regionalverband-Ruhr
(Quelle: Regionalverband Ruhr)
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